Sport nicht totsparen: Kozlowski und Adenauer gegen Hallen-Nutzungsgebühren
Gütersloh. „Ein vielfältiges, jedermann zugängliches Sport und Freizeitangebot ist ein nicht wegzudenkender Bestandteil der Lebensqualität für die Menschen im Kreis Gütersloh.“ Mit diesem Zitat aus dem „Pakt für den Sport“ zwischen Kreis Gütersloh und Kreissportbund (KSB) erinnern in Zeiten der Spardebatten Günter Kozlowski, Vorsitzender des Kreissportbunds, und Landrat Sven-Georg Adenauer, an die Bedeutung des „Sports als vitales Sozialsystem“.
Sparen sei das Gebot der Stunde, aber man dürfe es nicht übertreiben, mahnen Kozlowski und Adenauer in einer gemeinsamen Pressemitteilung. Kozlowski: "Ich warne eindringlich davor mit Sporthallen-Benutzungsgebühren ausgerechnet den Teil des Breitensports empfindlich zu treffen, der von den vielen Ehrenamtlichen getragen wird, die wir für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft künftig dringender denn je brauchen werden."
Im Namen der 360 Sportvereine im Kreis Gütersloh und ihrer 117.391 Mitglieder betonen Landrat und Kreissportbundvorsitzender vor allem die wichtige soziale Funktion. "Für Kinder gibt es nicht Besseres als Sport. Im Verein lernt man Dinge fürs Leben, nicht nur, wie man gewinnt, sondern auch wie man verliert, wie man sich mit anderen zusammenrauft und gemeinsam etwas erreicht. Ich bin überzeugt, wenn wir noch mehr Kinder und Jugendliche in unseren Vereinen hätten, hätten wir weniger gesellschaftliche Probleme", erklärt Adenauer. Sparen mit dem Sport, indem gesellschaftliche Folgekosten reduziert werden, sei daher die Formel, nicht Sparen am Sport. Der Kreis Gütersloh steht in Sachen Organisationsgrad sehr gut da, 33,16 Prozent aller Kreisbürgerinnen und -bürger sind Mitglied in einem Verein, das ist ein um 5 Prozent höherer Organisationsgrad als im Landesdurchschnitt. Ein Erfolg, der nicht kaputt gemacht werden dürfe. Was laut Adenauer und Kozlowski teils vollkommen in der Diskussion hinten runter falle, sei der Breitensport. Es gehe nicht nur um die Leistungsträger, die um Medaillen, Pokale und Meisterschaften kämpfen, sondern um Tausende von Breitensportlern, um Ehrenamtliche, die Kinderturnen, Reha-Sport oder
Integrationsangebote für Menschen mit und ohne Behinderungen ermöglichen. Allein 1000 Freiwillige lassen sich jedes Jahr in Aus- und Fortbildungen beim KSB schulen. "Wenn wir denen dauerhaft einen auf den Deckel geben, dann verlieren die irgendwann die Lust. Die machen das nicht, um auf dem Podest den Siegerkranz entgegenzunehmen. Sie engagieren sich ehrenamtlich in ihrer Freizeit, um Kindern und Jugendlichen Angebote zu machen", erinnert Landrat Adenauer. Für ehrenamtliches Engagement sei ein Mindestmaß an Verlässlichkeit und Vertrauen in Politik und Verwaltung unabdingbare Voraussetzung, um mittel- und langfristig funktionierende Strukturen in den Vereinen nicht zu zerschlagen, mahnen Kozlowski und Adenauer daher. Hier müsse man die Grenzen der Belastbarkeit sehr sorgsam beachten. Wenn Rahmenbedingungen immer schwieriger würden, laufe der Sport Gefahr, die durch bürgerschaftliches Engagement getragenen Netzwerke zu verlieren. Kozlowski: "Wer dem Sport die rote Karte zeigt, schießt ein Eigentor."
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